Informationen und Hintergründe zu Inkontinenz

Hilfsmittel zur ableitenden Inkontinenztherapie

Ratgeber zum Intermittierenden Selbstkatheterismus (ISK)

Kostenübernahme von Inkontinenzhilfsmitteln


Hilfsmittel zur ableitenden Inkontinenztherapie ...
Ein breites Sortiment an Urin-Bett- und Beinbeutel steht zur Versorgung bereit
Je nach Patient und Anforderungen können spezielle Katheter genutzt werden
Für den Katheterwechsel stehen speziell konzipierte Sets zur Verfügung
Welche Inkontinenz Hilfsmittel gibt es?

Es gibt zahlreiche Inkontinenz Hilfsmittel, die für die unterschiedlichen Indikationen eingesetzt werden können. Sie unterscheiden sich in aufsaugende und ableitende Produkte. Bei aufsaugenden Produkten handelt es sich um Hilfsmittel wie Schutzhosen, Windeln, Bettschutzunterlagen und Vorlagen zum Einsatz. Ableitende Hilfsmittel sind Urinalkondome, ISK-Katheter und Dauerkatheter. Anwendungen wie intravaginale Pessare runden die Patientenversorgung als konservative Therapie ab. Welches Hilfsmittel das richtige ist, sollte in Abstimmung mit dem behandelnden Art festgelegt werden.

Harninkontinenz Hilfsmittel – Ableitende Inkontinenzversorgung.

Genügen aufsaugende Hilfsmittel nicht mehr zur Versorgung oder kommen aufgrund Krankheitsbildes nicht in Betracht, dann sind ableitende Produkte das Mittel der Wahl. Bei der MPF steht ein umfassendes Programm aller führenden Hersteller zur Kontinenzversorgung sowie hilfreiches Zubehör zur Verfügung. Welche Systeme es gibt und wie sie angewendet werden, das erfahren Sie hier.
Welche Inkontinenzprodukte gibt es?
Erhalten Sie einen Überblick über die gängigen Systeme zur ableitenden Inkontinenz. Bitte bedenken Sie jedoch, die Wahl des richtigen Produktes ist so individuell wie der Patient selbst und der Artikel ist keine Grundlage zur Selbstdiagnose. Daher suchen Sie bitte Ihren behandelnden Arzt auf, um die richtige Versorgung zu finden.

Katheter

Blasenkatheter werden in die Harnblase eingeführt – entweder über die Bauchdecke oder unter Nutzung der Harnröhre. Dabei besteht die Wahl zwischen Dauerkatheter (DK) als Ballonkatheter oder Blasenkatheter zur einmaligen Entleerung der Blase. Verschieden Schlauchlängen und Urinbeutel-Varianten ergänzen das Angebot rund um den Blasenkatheter.

A Transurethraler Katheter

Transurethrale Katheter leiten den Urin über die Harnröhre ab, meist in einen Urinbeutel. Alternativ können auch Katheterventile eingesetzt werden. Die transurethralen Katheter sind in unterschiedlichen Materialien verfügbar, wobei für eine langfristige Versorgung das hochwertige Silikonmaterial die beste und am angenehmsten zu tragene Wahl ist.

B Suprapubischer Katheter

Ein suprapubischer Katheter, kurz SBK, ist ein Blasenkatheter, der den Urin durch die Bauchwand (suprapubisch) ableitet, ohne dass er durch die Harnröhre gelangt. Zum Legen des Katheters ist ein kleiner operativer Eingriff notwendig. Ein Ballon oder eine kleine Naht fixiert den suprapubischen Katheter.

C Spülkatheter

Ein Spülkatheter dient dem Einbringen und Ableiten von Spüllösungen. Daher sind Spülkatheter auch als 3-Wege-Katheter ausgelegt. Sie kommen auch zur vorübergehenden Nutzung als Dauerkatheter in Frage und werden insbesondere nach Harnwegs-Operationen eingesetzt.

D Nephrostomiekatheter

Der Nephrostomiekatheter sorgt für Entlastung der Niere, indem er den Urin über die Haut nach außen ableitet. Der auch als Nierenkatheter bezeichnete Katheter kommt meist als Notfallmaßnahme zum Einsatz, wenn die Harnableitung über die Harnleiter in die Blase blockiert ist. Die Ableitung erfolgt als operativer Eingriff mittels Punktion der Niere.

E ISK-Katheter

Wen der Patient die Fähigkeit und den Willen hat, ist der Intermittierende Selbstkatheterismus, kurz ISK, die beste Alternative. Der Vorteil am ISK ist, dass der Betroffene sich seine Selbstständigkeit wahrt und auch eine uneingeschränkte Sexualität leben kann. Patient kann sich nach vorheriger Einweisung zur richtigen Handhabung selbstständig katheterisieren. Der ISK ist zudem die Versorgungsform, die im Vergleich zu Dauerkathetern ein deutlich geringeres Risiko von Harnwegsinfektionen hat.

Urinbeutel

Zur Nutzung eines Katheters gehört er meist dazu: der Urinbeutel. Er kommt bei Inkontinenz zum Einsatz, fängt den Urin aus dem Blasenkatheter auf und lässt sich entweder an einem Bein, am Bett oder an Mobilitätshilfen wie zum Beispiel dem Rollstuhl befestigen. Oft findet er Verwendung nach Operationen, bei Bettlägerigkeit betroffener Patienten in der Pflege, nach Eintritt einer Querschnittslähmung, etc.

Wahlweise stehen sterile oder unsterile Urinbeutel zur Verfügung. Trägt der Patient ein Kondomurinal, kann auf unsterile Urinbeutel zurückgegriffen werden. Bei Einsatz eines Dauerkatheters müssen sterile Produkte eingesetzt werden.

Als Verbindung zwischen Blasenkathetern und Urinbeutel dienen dabei tropfsichere Konnektoren. Eine übersichtliche Messskala zeigt den Füllstand an. Varianten inklusive Rückflusssperre und Ablasshahn bieten die Möglichkeit der hygienischen Entleerung und erleichtern den Austausch der Beutel. Die Größen der Urinbeutel variieren je nach Einsatz als Bein- oder Bettbeutel von 500 ml bis zu 4000 ml.

Beinbeutel

Ist der Patient mobil, dann sind Beinbeutel die optimale Wahl. Ob der Anwender dabei einen Dauerkatheter oder Kondomurinal verwendet ist unbedeutend. Für einen hohen Tragekomfort verfügen die Beinbeutel über eine Vliesbeschichtung. Dies ist insbesondere bei längerer Tragedauer von Vorteil. Schließlich besteht die Möglichkeit, Beinbeutel mit Tropfkammer bis zu einer Dauer von 10 Tagen zu tragen.

Weiterer Vorteil: Beinbeutel zeichnen sich dadurch aus, dass sie besonders flach und anatomisch gearbeitet sind. So verschwinden sie unter der Kleidung und zeichnen sich nicht unangenehm ab. Die Befestigung erfolgt an Ober- oder Unterschenkel. Das Fassungsvermögen der Beinbeutel beträgt 500 ml, 750 ml oder 1000 ml. Dank Ablasshahn ist die Entleerung sicher und einfach.

Bettbeutel

Bettbeutel, auch Nachtbeutel genannt, sind Urinbeutel mit besonders hohem Fassungsvermögen und finden Verwendung bei Patienten mit Dauerkatheter – meist bei der Nachtversorgung, der Nachtdrainage oder bei bettlägerigen Patienten. Ebenso ergänzen einfache Bettbeutel für den täglichen Wechsel das Programm. Die Urinbeutel für die Nacht verfügen über ein Fassungsvermögen von meist 2000 ml. Entsprechende Bettbeutelhalterungen dienen der Befestigung.

Über einen Ablasshahn lässt sich der Urin entleeren. Einige Varianten verfügen über einen Stufenkonnektor. Hier kann Urin für Untersuchungen entnommen werden. Damit ist eine nadelfreie Urinprobeentnahme möglich und Infekte lassen sich frühzeitig erkennen.
Speziell für den Mann
Urinalkondome

Urinalkondome kommen bei Harninkontinenz speziell beim Mann zum Einsatz. Sie haben die Form eines Kondoms, werden ebenso über den Penis gezogen und sind selbstklebend. Antiallergenes Silikon ist das Material der Wahl. Urinalkondome verfügen über eine Anschlussmöglichkeit an einen Schlauch, sodass sie auf diese Weise mit einem Urinbeutel verbunden und der Urin abgeleitet werden kann. Urinalkondome dienen ausschließlich dem Einweg-Gebrauch.
Speziell für die Frau
Pessar

Pessare finden Verwendung bei der Behandlung von Frauen mit Belastungsinkontinenz. Das Medizinprodukt wird eingesetzt bei ungewolltem Harnverlust und besteht meist aus medizinischem Elastomer oder Silikon. Um sich der Trägerin individuell anzupassen, ist es in verschiedenen Größen erhältlich. Welches Pessar eingesetzt werden sollte, hängt von der Indikation und der anatomischen Situation ab. Es gibt dabei Pessare, die die Harnröhre der Trägerin bei Belastungsinkontinenz stützen und somit den ungewollten Urinverlust verhindern. Insbesondere bei regelmäßiger Anwendung dieser Pessare und in Verbindung mit einem Beckenbodentraining ist eine langfristige Verbesserung des Muskeltonus erreichbar. Auf diese Weise wird die natürliche Anatomie des Körpers wiederhergestellt und den betroffenen Patientinnen mehr Freiheit im Alltag geschenkt.
Invasive und nicht-invasive Systeme
Die Systeme zur ableitenden Inkontinenzversorgung gliedern sich dabei in invasive wie auch nicht invasive Systeme. Katheter sind die wohl geläufigsten Produkte. Abhängig vom Patienten unterscheiden sich die Blasenkatheter in Größe, Form und Verweildauer. Sie zählen zu den invasiven Systemen. Letztere werden in den Körper eingeführt. Nicht invasive Systeme trägt der Patient am Körper. Dazu zählen beispielsweise Urinalkondome. Zwischen diesen beiden Systemen finden sich die minimal-invasiven Anwendungen, zu denen das Pessar für die Frau zählt.